Patientenleitlinie zum Blasenkrebs
 

Für Betroffene mit Harnblasenkarzinom gibt es eine neue, inhaltlich speziell fundierte Informationsbroschüre: Die Patientenleitlinie Blasenkrebs. Der Ratgeber vermittelt den aktuellen, evidenzbasierten medizinischen Wissensstand hinsichtlich empfohlener Untersuchungen für die Diagnostik sowie Optionen der Behandlung und Nachsorge der zweithäufigsten urologischen Krebserkrankung. Die Patientenleitlinie ist die laienverständliche Übertragung der ärztlichen „S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms“, die 2016 von der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) federführend erstellt wurde und allen an der medizinischen Versorgung von Blasenkrebspatienten beteiligten Berufsgruppen wissenschaftlich untermauerte Handlungsempfehlungen gibt. Beide Leitlinien werden vom „Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und der Stiftung Deutsche Krebshilfe herausgegeben. 


„Die Patientenleitlinie Blasenkrebs wurde bereits auf dem letzten DGU-Kongress in Dresden vorgestellt. Sie bietet den Betroffenen und ihren Angehörigen das derzeit verfügbare medizinische Fachwissen in verständlicher Sprache an und leistet damit erneut bestmögliche Aufklärung im Rahmen unseres onkologischen Leitlinien-Angebots für Patienten. Wichtig ist nun die schnelle Verbreitung des Ratgebers“, so DGU-Pressesprecher Prof. Dr. Christian Wülfing. 

Die Koordinatoren der ärztlichen S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom und Co-Autoren der neuen Patientenleitlinie, Prof. Dr. Margitta Retz und Prof. Dr. Jürgen Gschwend vom Klinikum rechts der Isar in München, sehen in der Patienten-Version besonders auch den Nutzen zur Gesprächsvorbereitung mit dem behandelnden Arzt. „So werden Patienten, die vor der schwerwiegenden Entscheidung für eine Zystektomie oder andere operative Eingriffe stehen, in Form eines Leitfadens auch praktische Tipps an die Hand gegeben“, sagt Retz. Dies stärke die Patientenkompetenz.

Detailliert werden in dem Ratgeber nicht nur die Behandlungsoptionen in Abhängigkeit der Ausbreitung des Blasenkrebses - nicht-muskelinvasiv, muskelinvasiv und metastasiert - aufgezeigt, sondern gleichermaßen auch die entsprechend verschiedenen Erfordernisse der Nachsorge dargestellt.

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Blasenkrebs sind zwar noch nicht geklärt, aber wesentliche Risikofaktoren, darunter insbesondere der Tabakkonsum und der regelmäßige Kontakt mit bestimmten Chemikalien, sind bekannt. Zudem ist Blasenkrebs eine Erkrankung der späteren Lebensabschnitte – Männer erkranken im Durchschnitt mit 73 Jahren, Frauen mit 76, so das Robert Koch-Institut. Männer sind mit einem Anteil von rund 75 Prozent an den knapp 30.000 Neuerkrankungen pro Jahr wesentlich häufiger betroffen als Frauen. Erbliche Faktoren spielen nur eine nachgeordnete Rolle. Eindeutige Symptome gibt es beim Blasenkarzinom nicht: Bei Blut im Urin, Problemen beim Wasserlassen und häufigen Blasenentzündungen können nur weitere Untersuchungen Klarheit schaffen. Bösartige Zellveränderungen gehen aus der Schleimhaut der Harnblase hervor. Schmerzen treten eher selten auf.

Die Patientenleitlinie Blasenkrebs steht online als PDF-Datei zur Verfügung: http://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/blasenkrebs/ zur Verfügung. Die gedruckte Broschüre kann bei der Stiftung Deutsche Krebshilfe, Buschstr. 32, 53113 Bonn kostenlos postalisch oder online angefordert werden.



 

März  2018

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