urologen-infoportal-logobar
       
ASCO GU
Neue Daten bestätigen das Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil von Darolutamid beim fortgeschrittenen Prostatakrebs

Im Rahmen des ASCO GU 2026 präsentierte Bayer neue Studiendaten zu dem selektiven, nicht-steroidalen, oralen Androgenrezeptor-Inhibitor (ARI) Darolutamid (Nubeqa®) als Triple-Therapie in Kombination mit der Androgendeprivationstherapie (ADT) und Docetaxel beim metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC). Die Wirksamkeit und Sicherheit der Triple-Therapie mit Darolutamid wurde bereits in der zulassungsrelevanten Studie ARASENS belegt. Die neuen Daten bestätigen nun die Wirksamkeit und das etablierte Sicherheitsprofil von Darolutamid in dieser Indikation.

Real-World-Analyse zeigt tiefes PSA-Ansprechen mit Triple-Therapie
Die Triple-Therapie aus Darolutamid + ADT + Docetaxel steht bereits seit 2023 allen für eine Chemotherapie geeigneten mHSPC-Patienten zur Verfügung. In der retrospektiven Real-World-Studie ARAAT, die in den USA durchgeführt wurde, wurden erwachsene Patienten mit mHSPC eingeschlossen, die im klinischen Alltag eine Triple-Therapie entweder mit Darolutamid + ADT + Docetaxel oder mit Abirateron + ADT + Docetaxel erhielten. Die Studie vergleicht die Effizienz und Sicherheit der Triple-Therapie mit Darolutamid gegenüber der in den USA durchgeführten Triple-Therapie mit Abirateron.

Es handelt sich hierbei um eine der ersten Analysen, welche zwei Triple-Therapien im mHSPC miteinander vergleicht. In Deutschland ist das Darolutamid-Triplet die einzige zugelassene Triple-Therapie im mHSPC. Abirateron ist in Europa in Kombination mit ADT + Docetaxel zur Behandlung von mHSPC-Patienten nicht zugelassen.

Insgesamt wurden 592 Patienten eingeschlossen, 368 (62%) Patienten erhielten Darolutamid + ADT + Docetaxel und 224 (38%) der Patienten erhielten Abirateron + ADT + Docetaxel [2]. Die Patientenkohorten waren hinsichtlich relevanter Basischarakteristika wie Alter, ECOG-Performance-Status und Metastasierungsmuster vergleichbar mit Ausnahme leicht höherer Baseline-PSA-Wert in der Darolutamid-Patientengruppe (53 vs. 35 ng/ml) [2].

Die erste Datenpublikation zur ARAAT Studie auf dem ESMO 2025 zeigte bereits ein tiefes und langanhaltendes PSA-Ansprechen [1]. Auf dem ASCO-GU wurden nun neue Daten vorgestellt, die auch bei längerem Follow-up die Effizienz der Triple-Therapie mit Darolutamid bestätigten: Auch nach IPTW*-Adjustierung ergab sich ein signifikanter Vorteil im PFS (progressionsfreies Überleben) (HR 0,73 (KI 0,63-0,86, p<0,001) und OS (Gesamtüberleben) (HR 0,68 (KI 0,54-0,86, p=0,001) für die Darolutamid-behandelten Patienten [2].

Die Daten belegten für die Triplet-Therapie mit Darolutamid im Vergleich zu Abirateron + ADT + Docetaxel weiterhin eine deutlich verlängerte mediane progressionsfreie Zeit von 24,9 Monaten (95% CI 21,2-28,7) vs. 16,9 Monaten (95% CI 13,4-19,6) [2]. Auch das mediane Gesamtüberleben im Darolutamid-Arm war mit 36,3 Monaten (95% CI 31,4, NR) dem Abirateron-Arm mit nur 34 Monaten (95% CI 28,2, 43,0) überlegen [2]. Auch die Zeit bis zum Therapieabbruch war in der Patientengruppe unter Darolutamid + ADT + Docetaxel im Median mit 31.4 Monaten (KI 28-NR) signifikant länger gegenüber 22,2 Monaten (KI 17,5-27,7) für das Triplet mit Abirateron, (HR 0,64 (KI 0,49-0,82), p<0,001) [2].

Darüber hinaus bestätigte sich erneut, dass mit Darolutamid + ADT + Docetaxel behandelte Patienten ein schnelleres und tieferes PSA-Ansprechen aufwiesen, wobei die mediane Zeit bis zum Erreichen eines PSA <0,2 ng/ml, unabhängig vom Ausgangswert, in der Darolutamid-Gruppe kürzer war als mit Abirateron + ADT + Docetaxel [2]. Die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten einen PSA-Wert unterhalb der Nachweisgrenze von <0,2 ng/ml erreichen, lag nach 12 Monaten mit Darolutamid bei 61,6% vs. 52,6% mit Abirateron und nach 24 Monaten mit Darolutamid bei 72,0% vs. 59,9% mit Abirateron, jeweils in Kombination mit ADT und Docetaxel [2].

Reduzierte Nebenwirkungen bei variiertem Docetaxel-Verabreichungsschema
Die randomisierte, offene, multizentrische Phase 3 Studie ARASAFE untersuchte bei 250 mHSPC-Patienten zwei unterschiedliche Dosierschemata von Docetaxel bei der Gabe von Darolutamid + ADT + Docetaxel: Docetaxel 75 mg/m² alle 3 Wochen (Standardarm) je Zyklus versus 2 mal 50 mg/m² alle 2 Wochen** (experimenteller Arm) [3]. Primärer Endpunkt war die Reduktion von Nebenwirkungen höheren Schweregrades (Grad 3–5 UEs) sowie das Auftreten von Grad 3/4 Neutropenien oder Tod [3].

Die bereits auf dem ESMO 2025 publizierten Daten der ARASAFE belegten ein statistisch signifikant geringeres Auftreten von Grad 3-5 unerwünschten Ereignissen (UEs) (61,2% (KI 51,9-69,9) vs. 78,9% (KI 70,8-85,6)) und Grad 3-4 Neutropenien oder Tod (24% (KI 16,7-32,6)) vs. 64,1% (KI 55,1-72,3)) mit dem Dosierschema 50 mg/m² alle 2 Wochen gegenüber Docetaxel 75 mg/m² alle 3 Wochen [3]. Subgruppenanalysen belegen, dass dieser Sicherheitsvorteil bei dem Docetaxel-Dosierschema 50 mg/m² alle 2 Wochen unabhängig von Alter, Performance-Status und prognostisch bedeutsamen Krankheits-Charakteristika der Patienten war [3,4].

In den Daten, die auf dem ASCO GU veröffentlicht wurden, zeigten beide Studienarme zudem eine vergleichbar hohe PSA-Ansprechraten nach einem Jahr Follow-up, wobei eine deutliche Mehrheit der Patienten den undetectable PSA-Bereich <0,2 ng/ml erreichte (70,4% unter 75 mg/m² Docetaxel alle 3 Wochen vs. 62,5% unter 50 mg/m² Docetaxel alle 2 Wochen) [4]. Um mögliche Unterschiede in der therapeutischen Effizienz hinsichtlich onkologischer Endpunkte wie Zeit bis zum Progress, Gesamtüberleben und Lebensqualität beurteilen zu können, sind laut den Autoren weitere Follow-up-Analysen geplant.

Darolutamid ermöglicht Flexibilität in der mHSPC Behandlung
Aktuell ist Darolutamid der einzige ARI, der beim mHSPC sowohl mit als auch ohne Docetaxel zugelassen ist. Diese Flexibilität bietet breite Einsatzmöglichkeit mit Darolutamid und ermöglicht es, die Bedürfnisse und Präferenzen von Patienten mit mHSPC zu berücksichtigen. Die Daten aus der ARAAT- und ARASAFE-Studie ergänzen die Daten aus den Zulassungsstudien ARASENS und ARANOTE und bestätigen die hohe Effektivität der Triple-Therapie mit Darolutamid + ADT + Docetaxel im mHSPC gegenüber einer anderen Triple-Therapie mit Abirateron und unabhängig von der Patientengruppe.

In der ARASENS-Studie wurde durch die Behandlung von mHSPC-Patienten mit Darolutamid + ADT + Docetaxel die Gesamtsterblichkeit der Patienten signifikant um 32,5% gegenüber Docetaxel + ADT verringert ((Hazard Ratio [HR]: 0,68; 95%-Konfidenzintervall [KI]: 0,57–0,80; p <0,001)) und der primäre Endpunkt des Gesamtüberlebens (OS) erreicht [5].

Die ARANOTE-Studie zeigte, dass Darolutamid + ADT die Krankheitsprogression verzögert und das Risiko einer radiologischen Progression im Vergleich zu ADT+Placebo verringert werden konnte. Primärer Endpunkt der Studie war das radiologische progressionsfreie Überleben (rPFS), definiert als Zeit von der Randomisierung bis zum ersten dokumentierten radiologischen Fortschreiten oder Tod. Hier erwies sich die Doublet-Therapie gegenüber Placebo plus ADT mit einem um 46% geringeren Risiko auf radiologischen Progress (rPFS) oder Tod (p <0,0001) als signifikant überlegen [6]. Ein geringerer Anteil der Patienten unter Doublet-Therapie (6,1%) im Vergleich zu Placebo + ADT (9,0%) brach die Behandlung aufgrund unerwünschter Ereignisse ab [6].

*IPTW=Inverse Probability of Treatment Weighting
**Disclaimer: Das Dosierschema 50 mg/m² alle 2 Wochen bei der Behandlung von mHSPC-Patienten mit Darolutamid + ADT + Docetaxel ist in Deutschland nicht zugelassen.

Presseinformation der Bayer AG

Quellen:
[1] Morgans, A. et al. ESMO 2025, Abstract 2477P
[2] Morgans, A. et al. ASCO GU 2026, Abstract 82
[3] Grimm, MO. et al. ESMO 2025, Abstract LBA92
[4] Grimm, MO. et al. ASCO GU 2026, Abstract 153
[5] Smith MR et al. N Engl J Med 2022, 386: 1132–1142
[6] Saad F, et al. J Clin Oncol. 2024;42(36): 4271-4281



März 2026

Aktuelle Ausgabe            Vorschau Archiv
 

 

 

 

 
fusszeile

 
       © 2003-2026 pro-anima medizin medien   –   impressum   –   mediadaten   –   konzeption
  –   datenschutz