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Real-World-Studie: Langzeitsicherheit von OAB-Medikamenten bei Männern unter Pharmakotherapie wegen benigner Prostatavergrößerung

Trotz der Leitlinienempfehlungen, Medikamente gegen eine überaktive Blase (OAB) bei Männern mit benigner Prostatavergrößerung (BPH) einzusetzen, die unter Speichersymptomen leiden, bleiben die Verschreibungsraten niedrig – möglicherweise aufgrund der Sorge vor einer Verschlechterung der Entleerungssymptome. Die aktuelle Studie untersuchte in einer Real-World-Umgebung den Einfluss von OAB-Medikamenten auf sicherheitsrelevante Endpunkte bei Männern, die Medikamente gegen BPH erhielten.

In die retrospektive Analyse kamen Daten von 899 Patienten, die zwischen April 2014 und Dezember 2023 α-Blocker, 5α-Reduktase-Hemmer oder Phosphodiesterase-5-Hemmer erhielten. Bewertetet wurde der Zusammenhang zwischen der zusätzlichen Gabe von Antimuskarinika oder β3-Agonisten und dem Auftreten einer akuten Harnretention (AUR) unter Verwendung der inversen Wahrscheinlichkeitsgewichtung der Behandlung (IPW) auf der Grundlage von Propensity Scores. Fehlende Kovariaten zu Studienbeginn wurden mittels multipler Imputation behandelt.

Die mediane Nachbeobachtungsdauer betrug 28,7 Monate. Zu Studienbeginn wiesen Patienten, die OAB-Medikamente einnahmen, im Vergleich zu Patienten ohne diese Medikation (Nicht-Nutzer) niedrigere PSA-Werte (2,5 vs. 3,6 ng/ml), ein geringeres Prostatavolumen (35 vs. 43 ml) und ein geringeres Restharnvolumen (PVR) (12 vs. 35 ml) auf (jeweils p <0,001). Die Anwendung von 5α-Reduktase-Hemmern war in der OAB-Gruppe weniger verbreitet (16,1% vs. 23,8%; p=0,019). Die Inzidenz der akuten Harnretention (AUR) unterschied sich zwischen den Gruppen weder vor (Log-Rank-Test: p=0,054) noch nach der Gewichtung (Hazard Ratio: 1,18; 95-%-KI: 0,38–3,62; p=0,776) signifikant. Bei den mit OAB-Medikamenten behandelten Patienten stand das Vorliegen einer akuten Harnretention zu Studienbeginn in einem signifikanten Zusammenhang mit einem Therapieabbruch aufgrund eines erhöhten Restharnvolumens (Hazard Ratio: 9,10; 95-%-Konfidenzintervall: 1,81–45,6; p=0,010).

Fazit
  • Bei Männern mit BPH unter medikamentöser Therapie war die zusätzliche Gabe von OAB-Medikamenten nicht mit einem erhöhten Risiko für akuten Harnverhalt verbunden.

  • Bei Patienten mit unvollständiger Blasenentleerung ist jedoch eine sorgfältige Überwachung des Restharnvolumens erforderlich.


    Soda T, et al. 2026. Long-term safety of overactive bladder medications in men receiving pharmacotherapy for benign prostatic enlargement: a real-world study using inverse probability of treatment weighting. International urology and nephrology. 2026 May 06 [Epub ahead of print].



    Juni 2026 Red.

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