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Prostatakarzinom
Unterbrechung der Hormontherapie bei sehr gutem Ansprechen möglich
Urlaub von der Antitumortherapie hat einen hohen Stellenwert, um Patienten Nebenwirkungen zu ersparen und Lebensqualität zu erhöhen.
Dass bei sehr gutem PSA-Ansprechen eine Therapiepause für Patienten mit mHSPC möglich ist, zeigen die Ergebnisse der beim
ASCO vorgestellten Phase-II Studie A-DREAM.
Mit der zusätzlichen Gabe von Androgenrezeptorsignalweg-Inhibitoren (ARPI) zur Androgendeprivationstherapie (ADT) wurden
Remissionen vertieft und die Prognose von Prostatakarzinompatienten verbessert. Mit verlängerter Therapiedauer kumuliert die Toxizität
der Therapie. Darum überprüfte die Phase-II-Studie A-DREAM/A032101, durchgeführt von der Alliance for Clinical Trials in Oncology,
die Hypothese, dass Patienten mit einem sehr guten Ansprechen auf die Testosteronsuppression plus ARPI ein längeres therapiefreies
Intervall, mit Testosteronerholung nach Therapieunterbrechung, erhalten können. Dafür erhielten Patienten mit metastasiertem
hormonsensitivem Prostatakarzinom, die unter 18-24 Monaten Therapie mit ADT plus mindestens 12 Monaten ARPI einen stabilen
oder sinkenden PSA-Wert <0,2 ng/ml erreichten, eine Therapieunterbrechung. Bei einem Anstieg des PSA-Werts auf ≥5 ng/ml,
eine radiologische Veränderung oder das Auftreten Prostatakarzinom-assoziierter Symptome wurde die Therapie wiederaufgenommen.
Primärer Endpunkt war die Therapiefreiheit nach 18 Monaten mit Testosteronerholung.
Patienten und Methoden
Von Juli 2022 bis März 2024 wurden 78 Patienten mit einem medianen Alter von 70 Jahren in die Studie eingeschlossen. Vor
Therapiebeginn lag der PSA-Wert median bei 18,99 ng/ml, mit einer Spanne von 5,04 bis 6.759,00 ng/ml. Ein Drittel der Patienten
hatte eine high-volume-Erkrankung nach CHAARTED-Kriterien. 40% der Erkrankten hatten keine lokale Therapie und 70% keine
Bestrahlung der Metastasenlokalisationen erhalten.
Ergebnisse
Im Ergebnis zeigte sich nach 18 Monaten bei zwei Drittel der Patienten eine Testosteronerholung auf ≥150 ng/dl. 57,7%
der Patienten war nach 18 Monaten noch ohne Wiederaufnahme der Therapie. 41,0% (80%-KI 33,1-48,9) lebten über die Dauer von
18 Monaten therapiefrei mit Testosteronerholung (primärer Endpunkt). Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 26,9 Monaten
waren 38,5% der Patienten weiterhin therapiefrei, 37,2% hatten die Therapie aufgrund der Studienkriterien und 6,4% ohne Erreichen
der Studienkriterien wieder aufgenommen. 7,7% der Patienten verließen die Studie und 1 Patient verstarb vor Beginn einer weiteren
Therapie. 9,0% der Patienten begannen eine Therapie außerhalb des Studienprotokolls.
Die Dauer der therapiefreien Zeit betrug
im Median 24,5 Monate (Abb.). Eine low-volume-Erkrankung laut CHAARTED-Kriterien sowie die vorangegangene Bestrahlung
der Metastasenlokalisationen gingen mit einer niedrigeren Wahrscheinlichkeit für die Wiederaufnahme der Therapie einher.
Nach 12 Monaten lebten 94,6% der Patienten ohne radiologisch bestätigten Progress, nach 18 Monaten 87,7% und nach
24 Monaten 80,7%. Die Rate für das Gesamtüberleben (OS) lag bei 98,7% (12 Monate), 97,4% (18 Monate) und 96,0% (24 Monate).
4 Patienten verstarben, einer aufgrund des Prostatakarzinoms, einer aufgrund eines myelodysplastischen Syndroms,
einer aufgrund einer Grippe und einer mit einem Herzinfarkt.
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Abb.: A-DREAM/A032101: Patienten in Therapieurlaub (mod. nach Choudhury AD, et al. 2026).
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Fazit
Ein Therapieurlaub bei sehr gutem Ansprechen ist eine machbare Option, der als intermittierende Strategien in weiteren
Studien nachgegangen werden sollte.
Choudhury AD, et al. 2026.
A phase 2 trial of androgen deprivation therapy interruption in patients responding exceptionally to androgen receptor
pathway inhibitor in metastatic hormone-sensitive prostate cancer (A-DREAM / Alliance A032101). ASCO 2026, Abstr. #5004
Juni 2026
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