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Prostatakrebs
ARCHES-Studie: 5-Jahres-Überlebensrate unter Enzalutamid plus Androgenentzugstherapie bei Patienten mit metastasiertem, hormonempfindlichem Prostatakrebs

Die Behandlung von Patienten mit metastasiertem hormonsensitiven Prostatakarzinom mit ADT plus Enzalutamid verbesserte in der ARCHES-Studie die Prognose im Vergleich zu ADT plus Placebo. Nun wurden in einer post-hoc-Analyse die 5-Jahres-Daten für alle randomisierten Patienten ermittelt.

Patienten / Methoden
Die Phase-III-Studie ARCHES schloss 1.150 Patienten mit metastasiertem, hormon-sensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) ein, die randomisiert mit Enzalutamid oder Placebo, jeweils mit Androgendeprivationstherapie (ADT) behandelt wurden. Primärer Endpunkt war das radiologische progressionsfreie Überleben (rPFS). Die Ergebnisse der Primäranalyse 2018 [1] und einer präspezifizierten Analyse 2021 [2] belegten ein verbessertes rPFS (HR: 0,39; 95%-KI 0,30-0,50) und Gesamtüberleben (OS) (HR:0,66; 95%-KI 0,53-0,81), wenn Enzalutamid anstelle von Placebo in Kombination mit einer ADT gegeben wurde.

Ergebnisse
Mit einem Datenschnitt vom 31. Juli 2024 wurde eine 5-Jahres-post-hoc-Analyse aller randomisierter Patienten durchgeführt und das Gesamtüberleben sowie die Sicherheit untersucht. Die OS-Rate nach 5 Jahren lag bei 66% mit Enzalutamid versus 53% mit Placebo. Mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 61,4 Monaten lag die Risikoreduktion für die Mortalität durch die Enzalutamid-Gabe bei 30% (HR: 0,70; 95%-KI 0,58-0,85; p<0,001). Im Durchschnitt konnte die Überlebenszeit mit Enzalutamid um 18,8 Monate verlängert werden. Patienten mit hoher Tumorlast (high-volume) lebten median 83,1 Monate mit Enzalutamid versus 47,6 Monate mit Placebo, die 5-Jahres-OS-Rat lag bei 58% versus 45% (HR: 0,70; 95%-KI 0,56-0,88).

Subgruppenanalysen zeigten unter Enzalutamid auch ein verbessertes OS für Patienten ohne vorangegangene Docetaxel-Behandlung (HR: 0,71; 95%-KI 0,57-0,88), mit synchronem Auftreten von Primärtumor und Metastasen (HR: 0,71; 95%-KI 0,57-0,88) und hoher Tumorlast plus synchroner Erkrankung (HR: 0,71; 95%-KI 0,56-0,91). Für die kleinere Subgruppe der Patienten mit geringer Tumorlast (low-volume) wurde ein numerischer Vorteil unter Enzalutamid beobachtet. Patienten, bei denen der PSA-Wert unter der Therapie nach 6 Monaten auf <0,2 ng/ml gefallen war, zeigten verbesserte Überlebensraten im Vergleich zu Patienten mit höheren PSA-Werten. Die Inzidenz von Nebenwirkungen war unter Enzalutamid (93%), Placebo (88%) und cross-over von Placebo zu Enzalutamid (92%) vergleichbar. Die meisten Enzalutamid-assoziierten Nebenwirkungen wie Fatigue, Stürze und Frakturen traten im ersten Behandlungsjahr auf und gingen danach zurück.

Fazit
Die Langzeitdaten der ARCHES-Studie belegen, dass die Kombinationstherapie mit Enzalutamid und Androgenentzug bei mHSPC-Patienten einen dauerhaften Überlebensvorteil sowie ein akzeptables Sicherheitsprofi bietet. Die Studie ermittelte erstmals die Überlebensgewinne in klinisch relevanten Subgruppen, insbesondere Patienten mit hohem Tumorvolumen hatten einen Vorteil von 36 Monaten, und unterstreicht den prognostischen Wert des frühen PSA-Ansprechens unabhängig von Vortherapien. Diese Ergebnisse stärken die Kombination aus ENZA plus ADT als eine Standardtherapie bei mHSPC-Patienten.


Armstrong AJ, Petrylak DP, Shore ND, et al. 2026. ARCHES 5-year Survival with Enzalutamide Plus Androgen-deprivation Therapy in Metastatic Hormone-sensitive Prostate Cancer Patients. Eur Urol (2026), https://doi.org/10.1016/j.eururo.2025.12.021

Referenzen
[1] Armstrong AJ, et al. 2019. J Clin Oncol 37: 2974-2986
[2] Armstrong AJ, et al. 2022. J Clin Oncol 40: 1616-1622

März 2026 IS

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