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Prostatakrebs
Kardiovaskuläre Ereignisse bei Männern unter intermittierender ADT nach radikaler Prostatektomie

Patienten, die nach einer radikalen Prostatektomie (RP) ein biochemisches Rezidiv (BCR) erleiden, wird eine Androgenentzugstherapie (ADT) empfohlen. Einige Studien verwiesen auf ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse (ACE) bei Anwendung einer ADT. In dieser Studie wurde der Zusammenhang zwischen intermittierenden kardiovaskulären Ereignissen und ADT bei Männern nach radikaler Prostatektomie, bei denen ein BCR auftrat, untersucht.

Patienten / Methoden
Insgesamt wurden 407 Patienten mit einem biochemischen Rezidiv nach radikaler Prostatektomie (RP) in die Studie eingeschlossen. Aufgrund fehlender Nachbeobachtungsdaten sind 99 Patienten ausgeschlossen worden. Die finale Kohorte umfasste 308 Patienten, die entweder eine ADT mit Lupron® (45 mg über 6 Monate) erhielten (TG; Behandlungsgruppe, n=189) oder keine Behandlung erhielten (NT; Kontrollgruppe, n=119). Die Patienten erhielten über einen Zeitraum von 2 Jahren vier Zyklen ADT, woraufhin die Behandlung abgesetzt wurde. Sobald der PSA-Wert auf 4,0 ng/ml anstieg, wurde die ADT wieder aufgenommen. Patienten unter intermittierender ADT erhielten durchschnittlich 1,76 Zyklen mit einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von 2 Jahren pro Zyklus. Die durchschnittliche Dauer der Therapiepause betrug 1,5 Jahre.

Eine 15-jährige Überlebensanalyse hinsichtlich kardialer Ereignisse wurde mittels Kaplan-Meier-Analyse durchgeführt und zwischen den TG- und NT-Gruppen stratifiziert.

Der primäre Endpunkt war das Vorliegen oder Nichtvorliegen von mindestens einem ACE. ACE wurde gemäß Zhang et al. auf Basis des FDA Adverse Event Reporting System gemessen, welches koronare Herzkrankheit, Arrhythmie, Myokardinfarkt, ischämischen Schlaganfall, Herzinsuffizienz, tiefe Venenthrombose, Lungenembolie und periphere arterielle Verschlusskrankheit umfasst. Obwohl einige Ereignisse im Charlson-Komorbiditätsindex (CCI) enthalten sind, wurden diese nur dann gezählt, wenn nach RP ein zusätzliches Ereignis auftrat.

Ergebnisse
Zu Studienbeginn wiesen Patienten der Behandlungsgruppe höhere Risikofaktoren für Prostatakrebs auf (präoperatives PSA, pathologisches Stadium und Gleason-Score). Die univariate Analyse von ACE zeigte signifikante Prädiktoren für Alter, Charlson-Komorbiditätsindex (CCI), Body-Mass-Index (BMI), Behandlungsstatus und Raucherstatus. In der multivariaten Analyse zeigte sich ein Trend zur Signifikanz für den Behandlungsstatus (p=0,10), während CCI (p <0,001) und BMI (p=0,003) signifikante Prädiktoren für ACE waren. Nach 15 Jahren zeigte sich ein signifikanter Anstieg von ACE (TG 54,4% und NT 41,8%, p=0,02).

Schlussfolgerung
Die vorliegende Studie belegt einen Zusammenhang zwischen der ADT-Behandlung eines biochemischen Rezidivs und der nachfolgenden kardiovaskulären Morbidität (gemessen anhand des ACE). Die identifizierten Prädiktoren für ACE verdeutlichen die Bedeutung des BMI und der CCI. Der Behandlungsstatus bleibt ein wichtiger Risikofaktor, da er eine Tendenz zur statistischen Signifikanz aufweist. Mithilfe dieser Prädiktoren könnten Patienten anhand der zum Zeitpunkt der radikalen Prostatektomie erhobenen Informationen in verschiedene Risikogruppen für ACE eingeteilt werden. Diese Patienten müssen sorgfältig untersucht werden, um festzustellen, ob das Risiko einer Krankheitsprogression das Risiko kardiovaskulärer Morbidität übersteigt. Um mögliche Änderungen der Leitlinien zur Prognose des Behandlungseffekts bei Patienten fundiert zu untermauern und Ärzte über die möglichen Risiken von ACE nach der Behandlung zu informieren, sind weitere Untersuchungen erforderlich.

Eine 15-Jahres-Kaplan-Meier-Überlebenskurve zeigte einen statistisch signifikanten Unterschied (p=0,026) in der Häufigkeit von ACE zwischen den beiden Gruppen: Patienten der Behandlungsgruppe (TG) hatten mehr ACE als Patienten der Kontrollgruppe (NT), der Unterschied wurde größer mit zunehmender Zeitspanne seit der Operation (Abbildung).
 
Abb.: 15-Jahres-Kaplan-Meier-Überlebenskurve zeigt einen statistisch signifikanten Unterschied (p=0,026) in der Häufigkeit von ACE zwischen den beiden Gruppen: keine Behandlung (NT; n=119) und Behandlungsgruppe (TG; n=189). Die Zeit bis zum Auftreten eines ACE wurde ab dem Zeitpunkt der RP berechnet.
 

Fazit
ADT ist mit einem erhöhten Risiko für ACE verbunden. Die Bedeutung des CCI und des BMI als prognostische Instrumente für ACE wird von den Autoren besonders hervorgehoben.


Tran J, et al. 2025. Long-term assessment of adverse cardiovascular events in men receiving intermittent androgen deprivation therapy following radical prostatectomy. BJUI Compass. 2025; 6:e70127. https://doi.org/10.1002/bco2.70127



Februar 2026 Red.

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