
Eine 15-jährige Überlebensanalyse hinsichtlich kardialer Ereignisse wurde mittels Kaplan-Meier-Analyse durchgeführt und zwischen den TG- und NT-Gruppen stratifiziert.
Der primäre Endpunkt war das Vorliegen oder Nichtvorliegen von
mindestens einem ACE. ACE wurde gemäß Zhang et al. auf Basis des FDA Adverse Event Reporting System
gemessen, welches koronare Herzkrankheit, Arrhythmie, Myokardinfarkt, ischämischen Schlaganfall, Herzinsuffizienz,
tiefe Venenthrombose, Lungenembolie und periphere arterielle Verschlusskrankheit umfasst. Obwohl
einige Ereignisse im Charlson-Komorbiditätsindex (CCI) enthalten sind, wurden diese nur dann gezählt,
wenn nach RP ein zusätzliches Ereignis auftrat.
Eine 15-Jahres-Kaplan-Meier-Überlebenskurve zeigte einen statistisch signifikanten Unterschied (p=0,026) in der
Häufigkeit von ACE zwischen den beiden Gruppen: Patienten der Behandlungsgruppe (TG) hatten mehr ACE
als Patienten der Kontrollgruppe (NT), der Unterschied wurde größer mit zunehmender Zeitspanne seit der Operation
(Abbildung).
Ergebnisse
Zu Studienbeginn wiesen Patienten der Behandlungsgruppe höhere Risikofaktoren für Prostatakrebs auf (präoperatives PSA,
pathologisches Stadium und Gleason-Score). Die univariate Analyse von ACE zeigte signifikante Prädiktoren für Alter,
Charlson-Komorbiditätsindex (CCI), Body-Mass-Index (BMI), Behandlungsstatus und Raucherstatus. In der multivariaten
Analyse zeigte sich ein Trend zur Signifikanz für den Behandlungsstatus (p=0,10), während CCI (p <0,001) und BMI (p=0,003)
signifikante Prädiktoren für ACE waren. Nach 15 Jahren zeigte sich ein signifikanter Anstieg von ACE (TG 54,4% und
NT 41,8%, p=0,02).
Schlussfolgerung
Die vorliegende Studie belegt einen Zusammenhang zwischen der ADT-Behandlung eines biochemischen Rezidivs und der
nachfolgenden kardiovaskulären Morbidität (gemessen anhand des ACE). Die identifizierten Prädiktoren für ACE verdeutlichen
die Bedeutung des BMI und der CCI. Der Behandlungsstatus bleibt ein wichtiger Risikofaktor, da er eine Tendenz zur statistischen
Signifikanz aufweist.
Mithilfe dieser Prädiktoren könnten Patienten anhand der zum Zeitpunkt der radikalen Prostatektomie erhobenen
Informationen in verschiedene Risikogruppen für ACE eingeteilt werden. Diese Patienten müssen sorgfältig untersucht werden,
um festzustellen, ob das Risiko einer Krankheitsprogression das Risiko kardiovaskulärer Morbidität übersteigt.
Um mögliche Änderungen der Leitlinien zur Prognose des Behandlungseffekts bei Patienten
fundiert zu untermauern und Ärzte über die möglichen Risiken von ACE nach der Behandlung zu informieren, sind weitere
Untersuchungen erforderlich.
Abb.: 15-Jahres-Kaplan-Meier-Überlebenskurve zeigt einen statistisch signifikanten
Unterschied (p=0,026) in der Häufigkeit von ACE zwischen den beiden Gruppen: keine Behandlung (NT; n=119)
und Behandlungsgruppe (TG; n=189). Die Zeit bis zum Auftreten eines ACE wurde ab dem Zeitpunkt der RP berechnet.
Fazit
ADT ist mit einem erhöhten Risiko für ACE verbunden. Die Bedeutung des CCI und des
BMI als prognostische Instrumente für ACE wird von den Autoren besonders hervorgehoben.
Tran J, et al. 2025.
Long-term assessment of adverse cardiovascular events in men receiving intermittent androgen deprivation therapy
following radical prostatectomy. BJUI Compass. 2025; 6:e70127. https://doi.org/10.1002/bco2.70127
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