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Prostatakrebs
Diskrepanz zwischen PSA-Wert und Knochenmetastasenvolumen ist mit einer ungünstigen Prognose verbunden
Die Hemmung der Androgensignalisierung durch eine Kombination aus Androgenentzugstherapie (ADT) und oralen
Androgenrezeptor-Inhibitoren (ARPIs) hat sich in letzter Zeit zu einer wichtigen Behandlungsoption für Patienten mit metastasierten
hormonempfindlichen Prostatakrebs (mHSPC) entwickelt. Fortschritte in der Entwicklung besonders potenter
Androgensignalisierungsinhibitoren haben zu deutlichen Verbesserungen der Patientenprognose geführt.
Die Aktivierung des Androgenrezeptor-Signalwegs (AR) kann ein positives Ansprechen
auf die AR-gerichtete Therapie induzieren und zu einem längeren Überleben führen.
Nach Aktivierung durch Ligandenbindung bindet AR als Transkriptionsfaktor an Zielgene, einschließlich PSA, und reguliert deren
Transkriptionsaktivität. Serum-PSA-Werte spiegeln vermutlich die Stärke der AR-Signalübertragung wider.
Der Knochenszintigraphie-Index (BSI) gilt als nützlicher prädiktiver Bildgebungs-Biomarker für metastasierten Prostatakrebs.
Ziel dieser Studie war die Bewertung des Knochenszintigramm-Index (BSI) / initialen prostataspezifischen Antigens (iPSA)-Quotienten,
eines Biomarkers, der Diskrepanzen zwischen PSA-Wert und Knochenmetastasenvolumen aufzeigen kann, sowie Untersuchung
seiner prognostischen Bedeutung bei Patienten mit hormonsensitiven Prostatakarzinom und Knochenmetastasen.
Patienten / Methoden
Die klinischen Daten stammten von 526 Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC),
für die BSI-Werte vorlagen. Krebsspezifisches Überleben und Gesamtüberleben (OS) wurden als klinische Endpunkte bewertet, und
prognostische Faktoren mittels multivariater Cox-Regressionsanalyse und Kaplan-Meier-Methoden analysiert.
Bei Patienten mit einem erhöhten BSI / iPSA, die eine stärkere Diskrepanz zwischen
PSA-Wert und Metastasenvolumen aufwiesen, wurde die Korrelation dieser Diskrepanz mit
den onkologischen Ergebnissen untersucht.
Eine Überlebensbaumanalyse wurde durchgeführt, um den optimalen Schwellenwert für die Prognosestratifizierung zu ermitteln.
Um die Ausgangsmerkmale der Patienten anzugleichen, wurde Propensity-Score-Matching (PSM) angewendet.
Ergebnisse
Das mediane Alter bei Diagnosestellung lag bei 75 Jahren, der initiale PSA-Wert und der BSI-Wert betrugen 229,8 ng/ml bzw. 1,6%.
Die Überlebensbaumanalyse ergab einen optimalen Grenzwert von 0,02 für das BSI/iPSA-Verhältnis. Die Kaplan-Meier-Analyse
zeigte, dass ein hohes BSI/iPSA-Verhältnis (≥0,02) mit einem kürzeren Gesamtüberleben (OS) im Vergleich zu einem
niedrigen BSI/iPSA-Verhältnis (<0,02) assoziiert war (Hazard Ratio [HR] 1,91; p <0,0001). Die statistische Signifikanz blieb
auch nach der PSM-Analyse bestehen (HR 1,63; p=0,0303). Die multivariate Analyse zeigte, dass ein hohes BSI/iPSA-Verhältnis
ein unabhängiger prognostischer Faktor für das OS war (HR 2,03; p=0,0046). Patienten mit einem hohen BSI/iPSA-Verhältnis
wiesen bemerkenswerterweise seltener ein Rezidivmuster mit ausschließlich PSA-Progression auf (p=0,0122).
Zusammenfassend zeigte diese Studie die prognostische Bedeutung des BSI / iPSA-Quotienten bei HSPCa-Patienten mit Knochenmetastasen.
Ein erhöhter BSI / iPSA-Quotient wies auf das Vorliegen eines nicht-AR-getriebenen Tumors hin und korrelierte
mit einer kürzeren Überlebenszeit. Die Patienten weisen mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Rezidivmuster ohne PSA-Progression
auf, was die Bedeutung regelmäßiger bildgebender Verfahren unterstreicht. Intensivere Behandlungsmethoden sind daher zusätzlich
zur AR-gerichteten Therapie erforderlich, um die Prognose für Patienten mit einem hohen BSI / iPSA-Quotienten zu verbessern.
Fazit
Eine Diskrepanz zwischen PSA-Wert und Knochenmetastasenvolumen deutet auf das Vorliegen eines
nicht-PSA-produzierenden Tumors hin und korreliert mit einem erhöhten Sterberisiko.
Die Ergebnisse könnten zu einem personalisierten Therapieansatz für Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs beitragen.
Shirafuji T, et al. 2026.
Discordance between PSA level and bone metastatic
volume is associated with unfavourable prognosis. BJU Int 137: 368–375 doi:10.1111/bju.70081
Februar 2026
Red.
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