Blasentraining bei Parkinsonerkrankung
 
An Parkinson erkrankte Personen sind vermehrt von Lower Urinary Tract Symptoms (LUTS) betroffen. Diese führen zu verschlechterter Lebensqualität, Stürzen und dauerhafter stationärer Pflege. Aktuell wurden bei Parkinson-Patienten mit LUTS Möglichkeit und Effizienz von Blasentraining geprüft.

Teilnehmer und Methoden

Studienteilnehmer aus Kliniken in Nord-England sollten randomisiert entweder ein 12-wöchiges Blasentrainings-Programm (BT, n=20) oder konservative Anweisungen (CA, n=18) durchführen. Bei allen Patienten war Parkinson diagnostiziert worden und alle berichteten über LUTS-Beschwerden. Die Voraussetzungen beinhalteten ein drei Tage lang geführtes umfassendes Tagebuch über Symptomhäufigkeit und die ICIQ-Module für überaktive Blase und Lebensqualität.

Primäre Endpunkte waren die Wahrnehmung von Veränderung sowie eine Veränderung der Drang- Episoden innerhalb von 12 Wochen. Als sekundäre Endpunkte waren Veränderung der ICIQ-Scores, die Zahl der Blasenentleerungen sowie deren Volumen vorgesehen.

Die Teilnehmer der BT-Gruppe erhielten ein festes Trainingsprogramm mit notwendigen Verdrängungs- und Distraktionstechniken, Beckenbodenübungen und einen persönlichen Zeitplan der Blasenentleerung. Außerdem wurden sie gebeten, ihr Tagebuch alle 14 Tage über 12 Wochen an den Trainer abzugeben, der daran die Fortschritte feststellen und gegebenenfalls einen neuen Zeitplan der Blasenentleerung aufstellen sollte.

Die Teilnehmer der Trainingsgruppe waren jünger als die der Kontrollgruppe. Sie glichen sich aber in der Schwere der Parkinson-Erkrankung, der Erkrankungsdauer und der Einnahmedosis von L-Dopa. Auch die täglichen Blasenmessungen und die ICIQ-Scores waren zu Beginn der Studie gleich.

Ergebnisse

Sowohl mit Blasentraining als auch mit konservativen Anweisungen wurden signifikante Verbesserungen des Entleerungsvolumens, bei der Anzahl der Miktionen, bei den Schweregraden der Symptome und der Lebensqualität erreicht. Nach 12 Wochen wurde BT gegenüber CA von den Patienten als signifikant effektiver beurteilt. Nach 20 Wochen hatten sich die Beeinträchtigungen des täglichen Lebens durch Blasentraining anhaltend verbessert.

Fazit

Mit einem Blasentraining können LUTS-Beschwerden bei Parkinson-Patienten mit oder ohne Harninkontinenz signifikante Verbesserungen der Miktionsfrequenz und Lebensqualität erreicht werden.

Claire McDonald C, Rees J, Winge K, et al. 2020. Bladder training for urinary tract symptoms in Parkinson disease. Neurology 94:e1427-e1433.


hv



September 2020

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