REDUCE: Schlafstörungen begünstigen Entwicklung und Progression von LUTS
 
Bisherige Studien hatten eine Beziehung zwischen Schlafstörungen und Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS) erkennen lassen. Einerseits waren wechselseitige Beeinflussungen bei vorbestehenden LUTS untersucht worden. Zum andere waren bidirektionale Assoziationen zwischen bestehenden LUTS und schlafbezogenen Variablen bewertet worden. Da bislang noch keine kombinierte Analyse der Entwicklung von LUTS, der Progression von LUTS und Schlafstörungen vorlag, wurde eine diesbezügliche Post-hoc-Analyse mit Daten der REDUCE (Reduction by Dutasteride of Prostate Cancer Events)-Studie durchgeführt.

Teilnehmer und Methoden

In der REDUCE-Studie war die Prostatakrebs Chemoprävention mit Dutasterid bei Männern mit 2,5 bis 10 ng/ml PSA und negativem Biopsiebefund getestet worden. Die Post-hoc-Analyse wurde auf 2.588 Männer aus dem Placebo-Arm beschränkt. Die Männer hatten ihre Schlafqualität zu Baseline anhand einer MOS-Schlafskala bewertet. LUTS wurden vier Jahre lang alle sechs Monate kontrolliert.

Das mediane Alter in der Studienkohorte betrug 62 Jahre. Ihr medianer MOS-Schlaf-Score lag bei 16,7. Zu Baseline hatten 1.136 Männer (44%) LUTS – definiert als International Prostate Symptom Score (IPSS) ≥8.

Bei 208 der zu Studienbeginn asymptomatischen 1.452 Teilnehmer (14%) entwickelten
sich während der vierjährigen Studie LUTS. Maßgebend war in 80 Fällen die Erhöhung des IPSS (2 Punkte). Der Beginn einer neuen Medikation in waren es in 110 und eine Operation in 19 Fällen. Männer ohne Baseline-LUTS mit einem Schlaf-Score in der obersten Quartile hatten in multivariater Analyse ein erhöhtes Risiko für LUTS (Hazard Ratio [HR]:1,41, 95% KI 0,92–2,17; p=0,12).

Ergebnisse

Bei 580 der Männer mit LUTS zu Baseline (51%) wurde eine Progression der Symptome festgestellt (Erhöhung des IPSS in 442, Medikation in 114 und Operation in 24 Fällen). In multivariater Analyse stand ein höherer Schlaf-Score als kontinuierliche Variable mit erhöhter Progression der LUTS im Zusammenhang (HR:1,06, 95% KI 1,01–1,12; p=0,029).

Fazit

An der REDUCE-Studie beteiligten Männer mit Schlafproblemen aber ohne LUTS zu Baseline, hatten ein erhöhtes Risiko, LUTS neu zu entwickeln. Und für Männer, die bereits zu Studienbeginn LUTS-Symptome hatten, bestand ein erhöhtes Progressionsrisiko.

Branche BL, Howard LE, Moreira DM, et al. 2018. Sleep problems are associated with deve­lopment and progression of lower urinary tract symptoms: results from REDUCE. J Urol 199:536-542.


Red.



November 2018

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