Hochrisiko-nmCRPC: Therapie mit Darolutamid beweist eine gute Wirksamkeit bei zugleich guter Verträglichkeit
 

Der orale Androgenrezeptor-Inhibitor (ARI) Darolutamid (Nubeqa®) ist eine wirksame und gut verträgliche First-Line-Therapie für Männer mit nicht-metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (nmCRPC), die ein hohes Risiko für die Entstehung von Metastasen haben (Hochrisiko-nmCRPC) [1]. Hinsichtlich der Erwartungen an eine Therapie haben in einer aktuellen Umfrage 95% der Urologen die Wirksamkeit und 87% die Verträglichkeit bei der Verordnung eines ARI als wichtig oder sehr wichtig bewertet.

Primäre und finale Analysen von ARAMIS sprechen für den Einsatz von Darolutamid im Hochrisiko-Setting

In der randomisierten Phase-III-Zulassungsstudie ARAMIS wurden Wirksamkeit und Sicherheit von Darolutamid plus ADT vs. Placebo plus ADT bei 1.509 Patienten mit nmCRPC untersucht. Die Ergebnisse der Primäranalyse haben gezeigt: Beim primären Endpunkt, dem metastasenfreien Überleben (MFS), wurde eine mehr als doppelt so lange Zeitphase unter Darolutamid plus ADT vs. Placebo plus ADT dokumentiert.
In der finalen Analyse gab es ähnlich gute Ergebnisse beim Gesamtüberleben (OS): Unter Darolutamid plus ADT verlängerte sich das OS signifikant und senkte das Sterberisiko um mehr als 30% (p=0,003) vs. Placebo plus ADT (sekundärer Endpunkt). Auch die Zeit bis zur Schmerzprogression, einem weiteren sekundären Endpunkt, war unter Darolutamid um fast 15 Monate länger gegenüber alleiniger ADT. In der Primäranalyse von ARAMIS wurde die Zeit bis zur PSA-Progression als explorativer Endpunkt untersucht. Auch hier zeigte sich ein signifikanter Vorteil für die Darolutamid plus ADT-Gruppe gegenüber der Placebo- plus ADT-Gruppe. Das Verträglichkeitsprofil war in beiden Studienarmen vergleichbar [1,2]. Auch im Hinblick auf die Adhärenz zeigte Darolutamid gute Ergebnisse: Im Schnitt blieben fast 19 von 20 Patienten bei der vollen Medikamentendosis und konnten davon kontinuierlich profitieren.

Aufgrund der überzeugenden Studiendaten wird Darolutamid plus ADT sowohl in der deutschen S3-Leitlinie Prostatakarzinom als auch in den europäischen Guidelines als Therapieoption beim Hochrisiko-nmCRPC empfohlen [3,4].

Wirksame Therapie bei gleichzeitigem Erhalt der Lebensqualität

Patienten mit einem nicht-metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom können steigende PSA-Werte aufweisen, sind aber in Bezug auf ihre Tumorerkrankung meist asymptomatisch. Um die Krankheitsprogression bei wieder ansteigendem PSA-Wert zu kontrollieren, ist eine zusätzliche Behandlung dringend erforderlich. Denn: Patienten mit kürzerer PSA-Verdopplungszeit (PSA-DT) tragen ein höheres Risiko für die Entstehung von Fernmetastasen und die Dauer ihrer Überlebenszeit ist prädikativ kürzer.

Gerade weil sie größtenteils asymptomatisch sind, ist für Patienten mit nmCRPC und hohem Metastasierungsrisiko neben der Verlängerung des Gesamtüberlebens und der Verzögerung der Metastasenbildung der Erhalt der Lebensqualität ein sehr wichtiges Therapieziel, berichtete Prof. Dr. med. Peter Hammerer, Braunschweig.

Gefragt ist demnach eine effektive Therapie, die wenig Nebenwirkungen hervorruft, die Lebensqualität des Patienten erhält, dabei einen raschen PSA-Anstieg verhindert und nicht nur die metastasenfreie, sondern die Gesamtlebensdauer des Patienten verlängert, erläuterte Hammerer. Der selektive, nicht-steroidale Androgenrezeptor-Inhibitor Darolutamid in Kombination mit ADT ist eine Therapieoption, die diese Behandlungsziele ermöglichen kann.

Insgesamt bietet Darolutamid in Kombination mit ADT eine vorteilhafte Therapiemöglichkeit, von der Patienten mit Hochrisiko-nmCRPC profitieren können. Das Gefühl, mit Darolutamid eine gute Wahl zu treffen, wird durch den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) bekräftigt, der Darolutamid einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber dem abwartenden Vorgehen unter Beibehaltung der ADT bescheinigt [5].

Aktuelle Online-Befragung: Positive Eigenschaften von Darolutamid überzeugen Urologen

Bereits seit zwei Jahren steht Darolutamid in Kombination mit ADT zur Therapie von nmCRPC-Patienten mit einem hohen Risiko für die Entstehung von Metastasen zur Verfügung. Daten zur Wirksamkeit und Anwendungssicherheit aus der ARAMIS-Studie werden inzwischen durch zahlreiche Erfahrungen aus der klinischen Praxis ergänzt.

In einer aktuellen Online-Umfrage bewerteten die Urologen, dass Wirksamkeit und Verträglichkeit eines ARI wichtige Parameter bei der Wahl der Therapie seien.

Für mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer waren die Einfachheit der Anwendung als „sehr wichtig“ oder „wichtig“, berichtete Dr. med. Jörg Klier, Köln. Für ARI-naive Patienten mit Hochrisiko-nmCRPC erwarteten die Befragten vor allem, dass der verordnete ARI die Metastasierung des Prostatakarzinoms verzögert und dabei gut verträglich ist. Zudem sollte die Medikation das Sterberisiko senken und die Zeit bis zur Schmerzprogression verlangsamen.

Engmaschiges Monitoring wichtig, um Patienten mit Hochrisiko-nmCRPC zu identifizieren

Eigene Praxiserfahrung mit Darolutamid hatten bereits 70% der Befragten. Die Ärzte, die Darolutamid noch nicht verordnet hatten, gaben an, „keine geeigneten Patienten“ für diese Therapieoption in der Praxis zu haben.

„Um Patienten mit Hochrisiko-nmCRPC zu identifizieren und eine wirksame Therapie zu ermöglichen, ist ein engmaschiges Monitoring wichtig“, betonte Klier. In dieser Krankheitsphase handelt es sich vor allem um asymptomatische Patienten, bei denen es keine körperlichen Indizien auf ein Fortschreiten der Erkrankung gibt und für die ein Erhalt der Lebensqualität von großer Bedeutung ist. Mittels konventioneller Bildgebung mit Knochenscan, CT- oder MRT-Aufnahmen sind keine Metastasen feststellbar. „Wenn unter Beibehaltung der ADT der PSA-Wert in drei aufeinanderfolgenden Analysen wieder auf über 2ng/ml ansteigt und dieser Anstieg zudem rasch verläuft, mit einer Verdopplungszeit von 10 Monaten oder weniger, trägt der Patient ein hohes Risiko für die Entstehung von Metastasen“, erklärte Klier.

Patienten mit Begleitmedikation

Die meisten Patienten, bei denen ein fortgeschrittenes Prostatakarzinom diagnostiziert wird, befinden sich in einem höheren Lebensalter und haben weitere akute oder chronische Erkrankungen, die ebenfalls medikamentös behandelt werden [6]. In Bezug auf das Prostatakarzinom sind diese Patienten aber in der Regel asymptomatisch. Beispielhaft dafür ist der Fall eines fitten, asymptomatischen 65-jährigen PCa-Patienten, der aufgrund eines Hypertonus und einer Hypercholesterinämie eine entsprechende Ko-Medikation erhielt. Nach einem Rezidiv, das drei Monate nach einer radikalen Prostatatektomie auftrat, erhielt der Patient zunächst eine Bestrahlung. Unter der anschließenden ADT stieg sein PSA-Wert wieder bis auf einen Wert von 8,0 deutlich an. Die PSA-DT betrug in seinem Fall 5,7 Monate.

Der Mann galt daher nun als Hochrisiko-nmCRPC-Patient und wurde auf Darolutamid eingestellt [7]. Darolutamid weist ein geringes Risiko für klinisch relevante Arzneimittelinteraktionen [8]. „Wir wollten sicher sein, dass der gewählte Wirkstoff ein geringes Interaktionspotenzial aufweist, da der Patient seine Ko-Medikation natürlich weiterhin einnehmen muss“, berichtete Klier.

Der Patient spricht seit Beginn der Therapie gut auf Darolutamid an und hat keine durch diese Therapie bedingten Nebenwirkungen. Kein Einzel-, sondern ein ganz typischer Patientenfall, wie Hammerer bestätigen kann: „Insgesamt bietet Darolutamid plus ADT aus meiner Erfahrung und Überzeugung eine vorteilhafte Therapiemöglichkeit, von der Patienten mit Hochrisiko-nmCRPC profitieren können.“

Quelle: Virtuelle Fach-Pressekonferenz "Nubeqa® (Darolutamid) beim Hochrisiko-nmCRPC: Überzeugende Studiendaten und Erfahrungen aus der Praxis zu Wirksamkeit und Verträglichkeit" am 10. Mai 2022. Veranstalter: Bayer Vital GmbH

Referenzen
[1] Fizazi K, et al. N Engl J Med 2020; 383(11):1040–9
[2] Fizazi K, et al. N Engl J Med 2019; 380(13):1235–46
[3] Leitlinienprogramm Onkologie, S3-Leitlinie Prostatakarzinom, Version 6.2, Oktober 2021. Online unter: www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/ Prostatatkarzinom/Version_6/LL_Prostatakarzinom_Langversion_6.2.pdf , accessed 28.04.2022
[4] EAU-EANM-ESTRO-ESUR-ISUP_SIOG-Guidelines-on-Prostate-Cancer-2022.pdf (d56bochluxqnz.cloudfront.net), accessed 28.04.2022
[5] www.g-ba.de/downloads/39-261-4497/2020-10-15_AM-RL-XII_Darolutamid_D-543_BAnz.pdf (Zugriff: 22.04.2022)
[6] Pirschel C. ONSVoice 2017; 30. Januar. https://voice.ons.org/news-and-views/comorbidities-in-cancer-patient-care (Zugriff: 22.04.2022).
[7] Nubeqa Fachinformation, Stand: Oktober 2020
[8] Shore N, et al. Target Oncol 2019; 14(5):527–39


Red. / Mai 2022

Männer mit Hochrisiko-nmCRPC lebten unter Darolutamid plus ADT doppelt so lange als unter ADT alleine.

Um Patienten mit Hochrisiko-nmCRPC zu identifizieren und eine wirksame Therapie zu ermöglichen, ist ein engmaschiges Monitoring wichtig.

Eine aktuelle Online-Befragung unter Urologen bestätigt: Darolutamid wird Therapieerwartungen in der klinischen Praxis hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit gerecht.

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