ESMO 2020
mCRPC: Ipatasertib plus Abirateron/Prednison
 

Bei etwa 40-50% der Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) liegt ein Verlust der AKT-Phosphatase PTEN vor. Der Verlust von PTEN ist beim mCRPC assoziiert mit einer schlechten Prognose und einer reduzierten Wirksamkeit der Androgenrezeptor (AR)-Blockade. Die placebokontrollierte Phase-III-Studie IPATential150 untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Ipatasertib plus Abirateron/Prednison bei therapienaiven mCRPC-Patienten mit asymptomatischer oder mild symptomatischer Erkrankung. Stratifiziert wurde u.a. nach immunhistochemisch nachgewiesenem PTEN-Status. In die Studie wurden 1.101 Patienten eingeschlossen, von denen 521 Patienten einen PTEN-negativen Tumor aufwiesen. Insgesamt waren die Patientencharakteristiken gut ausgewogen, mit einem medianen Alter von 70 Jahren, einer vorangegangenen Taxantherapie in 18% und mehrheitlich alleinigen Knochenmetastasen in 82-85% der Fälle.

Innerhalb der PTEN-defizienten Population wurde eine signifikante Verlängerung des radiologischen PFS (rPFS) durch Zugabe von Ipatasertib zu Abirateron beobachtet (HR=0,77; p=0,0335) (Abb.). Das mediane rPFS betrug 18,5 versus 16,5 Monate. Für die ITT-Population wurde ein Median von 19,2 versus 16,6 Monate festgestellt mit einer Hazard Ratio von 0,84) und einem p-Wert von 0,0431, der die prädefinierte statistische Signifikanz nicht erreichte. Die Ansprechrate lag bei 62% versus 39% für Patienten der PTEN-defizienten Population und die Dauer der Remissionen betrug 17,7 versus 13,9 Monate. Es gab keinen Unterschied in der Gesamtüberlebenszeit (OS) zwischen den Behandlungsarmen.

Abb.: Radiologisch progressionsfreies Überleben (rPFS) innerhalb der PTEN-defizienten Population in der IPATential150-Studie (mod. nach De Bono J, et al. 2020.

Bei insgesamt 208 Patienten wurde eine PTEN-Defizienz mittels NGS (next generation sequencing) identifiziert. In dieser genaueren definierten Population wurde eine Risikoreduktion für einen radiologischen Progress um 35% beobachtet (HR=0,65; p=0,0206). Im Median lebten die Patienten 19,1 versus 14,2 Monate ohne Tumorprogression.

Unerwünschte Ereignisse führten bei 21,1% der Patienten zum Abbruch der Therapie mit Ipatasertib versus 5,1% unter Placebo, bei 39,9% versus 6,2% wurde die Dosis aufgrund von Nebenwirkungen reduziert. Die erhöhte Toxizität der Kombination könnte möglicherweise durch die Prophylaxe von Diarrhoe und kutanen Nebenwirkungen abgemildert werden.

Bericht: Dr. Ine Schmale, Westerburg

Quelle: De Bono J, et al. ESMO 2020, Abstr. #LBA4, European Society of Medical Oncology (ESMO) Virtual Congress, 19. bis 21. September 2020.

Oktober 2020



Ipatasertib ist ein kleines Molekül, das in Tablettenform eingenommen wird. Der experimentelle Kinasehemmer verbessert die Antitumorwirkungen der AR-Blockade.

Bei Männern mit asymptomatischem oder schwach symptomatischem metastasierendem, kastrationsresistentem Prostatakrebs (mCRPC) zeigte Ipatasertib in Kombination mit Abirateron vielversprechende Effekte.
fusszeile

 
       © 2003-2021 pro-anima medizin medien   –   impressum   –   mediadaten   –   konzeption
  –   datenschutz