ASCO-GU 2019
Nierenzellkarzinom: Untersuchungen zu TKI-Zweitlinientherapien
 
TIVO-3-Studie: Tivozantinib versus Sorafenib

Die TIVO-3-Studie wurde durchgeführt, um die Ergebnisse bezüglich des progressionsfreien Überlebens der TIVO-1-Studie zu bestätigen [1]. Bereits in TIVO-1 wurde eine Verlängerung des medianen PFS bei Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom unter Behandlung mit Tivozanib versus Sorafenib beobachtet. Bezüglich des OS zeigten allerdings Patienten im Sorafenib-Arm einen Vorteil gegenüber Tivozanib. Dies wurde als Konsequenz von cross over der Patienten vom Sorafenib- in den Tivozanib-Arm interpretiert, während die meisten Patienten im Tivozanib-Arm keine weitere Therapie erhielten. In die TIVO-3-Studie wurden insgesamt 350 Patienten mit refraktärer Erkrankung eingeschlossen. 60% der Patienten hatten 2 und 40% hatten 3 vorangegangene Therapien erhalten, 28% eine Therapie mit einem Checkpoint-Inhibitor. Im Ergebnis wurde wieder eine Verlängerung des PFS von 5,6 versus 3,9 Monaten festgestellt. Nach zwei Jahren waren 18% der Patienten unter Tivozanib versus 5% unter Sorafenib ohne Progress. Ein Ansprechen zeigten 18% versus 8% der Patienten. Nebenwirkungen Grad 3 wurden bei 44% der Patienten unter Tivozanib sowie 55% unter Sorafenib berichtet. Die für einen TKI gute Verträglichkeit von Tivozanib zeigte sich zudem in einer geringeren Häufigkeit von Dosisreduktionen, Therapieunterbrechungen und -abbrüchen. Das Gesamtüberleben war allerdings auch in der präsentierten Interimsanalyse der TIVO-3-Studie unter Tivozanib nicht überlegen. Aufgrund der guten Verträglichkeit und zum Teil langanhaltenden Remissionen könnte Tivozanib ein guter Kombinationspartner für eine Immuntherapie sein, so die Autoren.

Cabozantinib versus Everolimus

Die frühe Tumorschrumpfung scheint ein Surrogatparameter für einen guten Therapieerfolg mit zielgerichteten Therapien beim Nierenzellkarzinom zu sein. Diese These wurde nun auch für den TKI Cabozantinib anhand der Daten der Zulassungsstudie METEOR bestätigt [2]. Insgesamt erhielten 330 Patienten Cabozantinib und 328 Patienten Everolimus. Die mediane Zeit bis zu einem objektiven Ansprechen betrug 1,91 Monate unter Cabozantinib und 2,14 Monate unter Everolimus. Ein frühes Ansprechen, definiert als Ansprechen innerhalb von 8 Therapiewochen, wurde häufiger unter Cabozantinib (73,3%) als unter Everolimus (47,3%) beobachtet.


Abb.: Gesamtüberleben (OS) von RCC-Patienten mit (A) jedweder frühem Tumorschrumpfung und (B) früher Tumorschrumpfung um 30% (mod. nach [2]).

Ein frühes Ansprechen mit Tumorschrumpfung um 30% zeigten 19,7% versus 4,9% der Patienten beider Therapiearme. Das Risiko zu versterben war bei Patienten mit jedweder frühen Tumorschrumpfung im Cabozantinib-Arm um 38% (HR=0,62; 95% CI 0,48-0,80; p<0,05) und bei Patienten mit früher Tumorschrumpfung 30% um 55% (HR=0,45; 95% CI 0,21-0,95; p<0,05) gegenüber Everolimus verringert (Abb.). Patienten ohne frühe Tumorschrumpfung zeigten keinen Vorteil von Cabozantinib im Vergleich mit Everolimus (HR=0,94; 95% CI 0,67-1,32; p=0,740).

Bericht: Dr. Ine Schmale, Westerburg

Quelle: Genitourinary Cancers Symposium (ASCO-GU) 2019, 14.-16. Februar 2019, San Francisco

Literatur:
[1] Rini BI, et al.: A phase III, randomized, controlled, multicenter, open-label study to compare tivozanib to sorafenib in subjects with refractory advanced renal cell carcinoma (RCC). ASCO GU 2019, Abstr. #541
[2] Duran I, et al.: Analysis of overall survival (OS) based on early tumor shrinkage in the phase III METEOR study of cabozantinib versus everolimus in advanced renal cell carcinoma (RCC). ASCO GU 2019, Abstr. #550.


9. April 2019

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